Was sind Leitlinien?
Leitlinien beschreiben, nach welchen Prinzipien eine bestimmte Erkrankung behandelt werden soll. Sie sollen einfach, aber auch umfassend sein. Sie sollen Informationen zu Diagnostik, Indikation, Kontraindikation, zur kurativen Therapie,
Rehabilitation sowie Prävention enthalten.
Deswegen müssen die Entscheidungsfreiheit des Therapeuten und die individuelle
Behandlung des Patienten aber nicht verloren gehen.
Leitlinien „erfinden“ keine erfolgreichen Wege. Sie machen sie sichtbar. Es sind keine Richtlinien, sondern Empfehlungen.
Außerdem schreiben sie keine Methoden vor, sondern empfehlen Wirkprinzipien.
Leitlinien sind eine wichtiger Teil der sogenannten Evidenzbasierten Medizin.
Evidenz (lat. evidentia = Augenscheinlichkeit ) bedeutet umgangssprachlich: Augenschein, Offenkundigkeit, völlige Klarheit. „Evident“ bedeutet, dass etwas nicht weiter hinterfragt werden muss.
Im Zusammenhang der Evidenzbasierten Medizin hat der Begriff Evidenz folgende Bedeutung. Hier leitet er sich vom englischen Wort "evidence" (= Aussage, Zeugnis, Beweis, Ergebnis, Unterlage, Beleg) ab und bezieht sich auf die Informationen aus wissenschaftlichen Studien und systematisch zusammengetragenen klinischen Erfahrungen, die einen Sachverhalt erhärten oder widerlegen.
(Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V.)
Demnach ist Evidenzbasierte Medizin (EbM = beweisgestützte Medizin) der gewissenhafte, ausdrückliche und vernünftige Gebrauch der gegenwärtig besten externen, wissenschaftlichen Evidenz für Entscheidungen in der medizinischen Versorgung individueller Patienten.
Jede Entscheidung über Diagnose oder Therapie treffen wir auf der Basis
des besten vorhandenen Erkenntnisstandes.